Autor*innen im Gleichgewicht

Autor*innen im Gleichgewicht

Work-Life-Balance. Habt ihr schon davon gehört? Sicher. Habt ihr auch schon daran gedacht, das Prinzip als Autor*innen anzuwenden?

Nein?

Umso wichtiger, dass ihr mal drauf achtet, mit Seele, Geist und Körper im Gleichgewicht zu sein. Leider kann mensch eigene Erfahrungen fast nicht weitergeben. Offensichtlich müssen wir Menschen die meisten Dinge selbst durchmachen, um zu lernen. Vielleicht kann dieser Artikel euch allerdings informieren und euch aufrütteln, sodass ihr das bei euch selbst bemerkt oder/und bei anderen und *rechtzeitig* Maßnahmen gegen Burn Out & Co. KG ergreifen könnt, ehe es auch richtig schlecht geht.

Ja, das Autor*innenleben ist hart umkämpft und wir wollen veröffentlichen, das erste Mal oder wieder, immer wieder, und wir hören ja alle diese vielen Sprüche & Empfehlungen, wie oft man ein neues Buch rausbringen sollte, um bekannt zu werden und überhaupt haben sich alle anfangs anstrengen müssen. Nur wenn du alles gibst, kannst du es schaffen, Ponyhof gibts nicht und so weiter. Alles schädlich, meiner Ansicht und Expertise nach. Solche Sprüche sind viel mehr Karotten (Möhren, liebe Deutschland-Leserin!) vor deiner Nase, die du nie erreichst, weil sie kurz vorm Ziel wieder weggezogen wird, ein Stück weiter. Und so lange alle auf diese Spielchen von Kapitalismus einsteigen, bleiben die Dinge noch nicht verändert.

Nur: wenn du brennst dafür, kannst du auch aus-brennen. Na, wer hat das feine Wörtchen „kann“ im vorigen Satz bemerkt? Eben. Es geht auch anders.

Im Folgenden meine Tipps, um als Autor*in eine gute Work-Life-Balance zu erreichen:

  • Du arbeitest. Auch wenn du nichts damit verdienst, Schreiben ist Arbeit.
    Mach dir mal bewusst, wie viele der Menschen, die ein Buch schreiben
    wollen, dieses auch wirklich durchziehen und fertig schreiben? Und wie
    viele von denen veröffentlichen es auch? Eben.
  • Wenn Schreiben Arbeit ist, brauchst auch du, mein treuer Freund des Schreibens, Pausen davon. Ich dachte früher ebenfalls, geht schon, einfach weiter schreiben, täglich und immer. Nein, es geht nicht. Jeder Mensch braucht Pausen, ob du hauptberuflich Bücher schreibst oder nebenberuflich oder so zum Spass. Ist so. Kann mensch anzweifeln, allerdings nicht besonders lange. Dann klappst du nämlich zusammen oder fällst für länger aus.  Beides ist unangenehm – und viel schlimmer, als am Abend nicht schreiben oder/und freie Wochenenden zu machen. Arbeite 7 Tage die Woche durch und dein Körper zeigt dir schon, wie weit du kommst – oder eben nicht. Traurig? Nein. Natürlich. Es sind unsere menschlichen Bedürfnisse.
  • Daraus folgt der nächste Tipp: plane deine freien Zeiten. Mittagspause sollte selbstverständlich sein. Wenn du sie noch nicht einhältst, trag sie mit Uhrzeit in deinen Kalender ein. Iss und trink und erhol dich. Ist nötig, für Körper und auch Geist, denn wie willst du denken mit einem müden Gehirn? 2 Tage die Woche frei machen, nur Dinge, die erholsam sind und Genuss und dir gut tun. Weil alle etwas machen, war noch nie ein gutes Argument dafür. (Ist aber verständlich, wenn man für unterschiedliches Verhalten gemobbt werden kann.) Wenn es nicht anders gehen sollte, mache es so: Schon im Studium hat mir jemand den Rat gegeben, „ein Tag pro Woche gehört dir, dir allein“. Einen Tag pro Woche gibst du dir also frei für das, was du gerade willst und brauchst. Sei es lesen, schwimmen, irgendwas oder schlafen. Ja, Nickerchen sind sehr hilfreich! Und ein Urlaub bzw. eine freie Woche alle 2 – 3 Monate solltest du auch besser miteinplanen!
  • Mache Pläne. Mit realistischen Zeitplänen. Dazu gehört auch eine realistische To-Do-List als Autorin. Niemand hat was von Verschiebungen aufgrund zu knapper Fristen für Lektorat oder Covererstellung und dass du eine Roman-Überarbeitung nicht so schaffst, wie du sie eingeschätzt hast. Nimm dir genug Zeit und Ruhe fürs Planen!
  • Realistische To-Do Lists: Ich teile auf zwischen „egal wann, würde ich gern, Ideen“, „in diesem Monat zu erledigen“, „an diesem Tag zu tun“. Ist ein guter Start, du kannst sie ja ändern und erweitern. Probiere aus, was für dich gut funktioniert. „Egal wann“ ist genau das: egal wann. Hast du Löffel (genug Energie), kannst du die konkrete To-Do an diesem Tag tun, aber es passiert nichts, wenn du sie nicht abhaken kannst. Monat, Woche oder Tag sind eh klar.
  • Bullet Journal is a thing! Das war für mich der Game Changer, wie ich mich organisiere. Ich empfehle dafür aber, „Die Bullet Journal Methode“ zu lesen, denn es geht genau nicht um das, wie „man“ plant, sondern zu lernen, zu adaptieren und so weiter. In mein BJ kommen alle Zeitpläne, Kalender, Notizen etc., mit einem Ringbuch, damit ich Romanideen o.ä. später heraustrennen und woanders einordnen kann.
  • Lerne NEIN SAGEN. Eine der wichtigsten Fähigkeiten, für alle! Menschen machen Pläne und sie hätten gern von anderen Menschen, dass diese deren Pläne ermöglichen. ABER: Nichts ist in Stein gemeißelt, genauso wie Vertragskonditionen sind Abgabetermine Vorschläge, über die zwei Parteien verhandeln. Und nein, niemand wird dich weniger lieb finden, weil du deinen Roman ein paar Monate später abgeben kannst. Das wendet sich ganz besonders stark an Frauen, die gelernt haben, alles zu tun, damit sie beliebt sind bei allen und jedem, sogar in einem Arbeitsverhältnis wie Autor*in – Verlag. Wir Frauen haben Angst vor den Konsequenzen zu haben gelernt. Daher können wir das auch wieder VERlernen.
  • Lerne also am besten gleich auch verhandeln! Ja, das geht.
  • Keine Angst: Wenn jemand dein Manuskript ur-gern verlegen will, wird er nicht das Angebot zurückziehen, weil du ein halbes Jahr später fertig werden kannst – ganz besonders, wenn du das vorher kommunizierst. Zu wissen, wie lange du für ein fertiges Buch brauchst, wirkt professionell, sonst nichts!
  • Selbpublishing ist übrigens ein prima Weg, deine eigenen Zeitpläne zu machen.
  • Das selbe gilt für deine Verlagssuche: Selfpublishing ist immer eine Alternative.  Manuskripte sind für Verlage nicht stromlinienförmig genug dem aktuellen Bestseller angepasst? Und? Es gibt anderswo auch jede Menge Leser*innen.
  • Mir hilft auch etwas Anderes, aber das ist nicht jedermenschs Sache: Was würde passieren, wenn du so und so handelst und etwas schiefgeht? Mittlerweile bin ich tatsächlich 50+ (ähm, huch, wie das?) und stehe einer ganzen Reihe möglicher Konsequenzen schulterzuckend gegenüber. Ein Verlag verhandelt nicht? Dann passt er vermutlich eh nicht zu mir. Eine Person dort findet mich xy, also irgendwas – vermeintlich – nicht so gutes? Und? Es gibt genügend Menschen, die mich und meine Bücher toll finden. So what? Ich schaffe eine Deadline nicht? Dann wird es einen anderen Zeitrahmen geben. Auch hier gilt: nichts ist in Stein gemeißelt. Was ist besser, sich zu Tode schuften, ins Krankenhaus müssen oder doch schauen, welche Alternativen es gibt? Eben – oder?
 
 

Sagt mal, wie es euch beim Thema Work-Life-Balance als Autor*innen geht?

Und hier ist mein Bücher-Merch-Shop zB. „Lies ein Buch, Oida*e“.

Einige meiner Bücher:

„Chili con Amore“

„Zu Tode entspannt“

„Das Leben wie sie es liebten“

PS: Lesende machen heute keine Unterschiede mehr, wo und wie ein literarisches Werk veröffentlicht wird.

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Anni Bürkl

 

admin

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