Texte und Tee – Anni Bürkl

Autorin – Lektorin – Schreibtrainerin

Pandemisches Schreiben

Es konnte nicht ausbleiben, dass sich das Virus ins Schreiben einmischt, wie es sich ins tägliche Leben mischt. Der ständige Gedanke an Vorsichtsmaßnahmen, das unterschwellig immer vorhandene Vermissen bestimmter Dinge – ja, die hat man selbst zu unterlassen sich entschieden – vermissen darf man sie trotzdem. In Texte schleichen sich Parallelen ein, etwa wenn ich derzeit mein Romanprojekt „Vier Frauen“ überarbeite: Es geht auch um den Ärzt_innenmangel im Wien der Nachkriegszeit und die grassierenden Krankheiten 1945/46 … die Menschen hatten wenig Wohnraum, hausten eng beieinander, steckten sich so leicht(er) an. Ärzt_innen gab es zu wenige – der große Anteil jüdischer Ärzt_innen ist von den Nazis ermordet worden, die arischen sind an den Fronten gefallen. Medikamente: Fehlanzeige. Da können wir uns ganz gut reinversetzen heute, obwohl wir deutlich mehr medizinisches Personal haben …

Und nun? What next? Wie wird das alles unser Schreiben weiter beeinflussen?

admin • 22. Oktober 2020


Previous Post

Next Post